Infos zur Behandlung während der Coronavirus-Pandemie
  • 20.05.2019

Eine der häufigsten Sportverletzungen ist die des Sprunggelenks. Die richtige Erstversorgung einer Sprunggelenksverletzung lindert nicht nur den Schmerz, sondern kann auch auch die spätere Behandlung und Physiotherapie positiv beeinflussen. Unsere Erfahrungen aus der Sportphysiotherapie teilen wir mit ihnen in diesem Artikel, damit sie auf eine Erstversorgung optimal vorbereitet sind. 

Mit Eiswasser und Kompression erstversorgen

In Eiswasser (Hot-Ice) getränkte Kurzzugbinden oder elastische Unterzugbinden haben sich für die Akutversorgung (Kompression und Schmerzlinderung) sehr gut bewährt.

Eine Kompression im Verletzungsgebiet erhöht den extravasalen Druck und reduziert somit das Austreten von Blut und Plasmaflüssigkeit aus den betroffenen Gefäßen.

Das richtige Eiswasser-Mischungsverhältnis: 2/3 Wasser und 1/3 Eis.

    Video: Sprunggelenk-Erstversorgung

    Kompressionsbandage richtig anlegen

    Den Kompressionsbandage richtig anlegen – noch einmal Schritt für Schritt:

    1. Am Tag der Verletzung: Behandlung einer Profisportlerin u.a. mit Kompressionsbandage.
    2. Beginn am äußeren Fußrand, in die offenen Binde blickend leicht in Richtung Ferse laufend.
    3. Die Binde fixiert sich am äußeren Fußrand auf sich selbst und wird weiter in Richtung innere Ferse geführt.
    4. Innen wird nun die Ferse vollständig unter Zug eingefasst. Die Binde wird dann weiter in Richtung Außenknöchel und dann weiter zum Innenknöchel über das Sprunggelenk (vorn) geführt.
    5. Vom Innenknöchel wird die Binde nun leicht nach unten führend zur Achillessehne geführt. Nach der Achillessehne wird der Zug weiter in Richtung äußerer Ferse zur Fußsohle geführt.
    6. Unter Zug wird die äußere Ferse eingefasst und die Binde wieder über innen zurück zur vorderen Seite des Sprunggelenkes geführt.
    7. Diese 8er-Tour kann leicht versetzt wiederholt werden und endet am unteren Unterschenkel.
    8. Es ist bitte darauf zu achten, dass keine Hautareale frei bleiben und es keine Missempfindungen, Blaufärbungen der Zehen oder verstärkte Schmerzen gibt. Eine weiterführende Diagnostik ist nun der nächste Schritt.

    Verletzungsbild Sprunggelenk nach 3 Tagen

    Hier sehen wir in der Reihenfolge ein verletztes Sprunggelenk vom Tag der Verletzung (1) bis zum 3. Tag nach der Verletzung (4) einer Profisportlerin. Es wurde u.a. mit der gezeigten Art der Kompressionsbandagierung gearbeitet.

    Nicht geeignet: Eis oder Eisspray

    Die verbreitete Theorie, dass Eis bei der unmittelbaren Behandlung von Sportverletzungen wichtig ist, basiert nicht auf Beweisen und findet auch keine wissenschaftliche Bestätigung. Die einzigen Gründe für die Integration der Kälte stellt die Herabsetzung der Nervenleitgeschwindigkeit dar.

    Die Anwendung von purem Eis in der akuten Phase einer Verletzung wird mittlerweile und leider immer noch als normale Behandlung akzeptiert, obwohl wir ausschließlich die schmerzlindernde Wirkung nutzen wollen.

    Bitte kein Eis! – 5 Gründe gegen eine Erstversorgung mit Eis oder Eisspray

    • Vasokonstriktion (Engstellung der Blutgefäße) in einer Situation, in der der Körper das Bestreben nach Vasodilatation (Erweiterung der Blutgefäße) hat, primär durch Histamin und sekundär durch Prostaglandin.
    • Hemmender Einfluss auf die physiologische Entzündung in einer Situation, in der die Entzündung das wichtigste Ziel des Körpers ist und der Beseitigung von Zellresten und anderen Fremdkörpern dient.
    • Hypoxische Verletzung (Mangelversorgung mit Sauerstoff) des subcutanen Gewebes (Unterhautgewebe) mit reaktiver Vasodialatation.
    • Eis stört die Wundheilung: Eis stört verschiedene Feedback-Mechanismen und Zell-Zell-Interaktionen, die für die Entzündung und Wundheilung wichtig sind.
    • Eis kann aufgrund der lymphatischen Reaktion auf Unterkühlung oder aufgrund der sekundären Gewebeschädigung zu einer Zunahme der Schwellung im betroffenen Gebiet führen.